Waldbezogene Bildung für nachhaltige Entwicklung

Waldpädagogik ermöglicht individuelle und gemeinschaftliche Naturerfahrungen und positive Erlebnisse im Lebensraum Wald. Der Wald kann und soll mit Kopf, Herz und Hand erlebt werden. Die Faszination und Schönheit des Waldes sollen das Interesse an der Natur wecken und zum Staunen und Nachdenken über die Vielfalt an Lebensformen sowie ökologische Zusammenhänge anregen. 

Waldpädagogik will bei den Teilnehmenden Fragen anstoßen, Einsichten und Erkenntnisse fördern sowie die ökologische, wirtschaftliche und soziale Bedeutung des Waldes aufzeigen. Zur Vorbereitung sind dafür folgende Überlegungen wichtig:

  • Welchen Bezug hat das Waldthema zur Lebenswelt der Teilnehmenden? Welchen zu meiner eigenen?
  • Welche grundlegenden Zusammenhänge und Handlungskonsequenzen werden am Waldthema erklärt?
  • Welches Wissen und welche Kompetenzen können vermittelt und gestärkt werden? 
  • Wie können diese für die Teilnehmenden erlebbar umgesetzt werden?

Waldpädagogik regt an, das eigene Werteverständnis, Verhalten und mögliche Konsequenzen daraus zu reflektieren. Erfahrungen stehen gleichwertig neben dem Erkenntnisgewinn zu Waldökologie und Forstwirtschaft sowie deren lokalen und globalen Auswirkungen. Deshalb ist Waldpädagogik waldbezogene Bildung für nachhaltige Entwicklung.

 

Soziale Gerechtigkeit und Inklusion sind Kernthemen der BNE

Nur auf den ersten Blick scheint der Wald mit unwegsamen Pfaden, herumliegendem Totholz und üppiger Vegetation ein schwieriger Ort für Inklusion zu sein. Waldpädagogik bietet zahlreiche Chancen, den Wald für Menschen mit egal welchen Besonderheiten und Einschränkungen erlebbar zu machen und dort als Teil einer Gruppe voll partizipieren zu können. Dabei profitieren die Teilnehmenden von gemeinsamen Naturerlebnissen, bei denen Gemeinschaft erlebt und das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt wird.

Was bedeutet Inklusion konkret? Inklusion heißt, Bedingungen so zu gestalten, dass alle Menschen dabei sein, teilhaben, mitmachen und mitgestalten können – egal ob sie auf eine Art besonders oder eingeschränkt sind. Wer sich bisher noch nicht mit Inklusion beschäftigt hat, fürchtet vielleicht große Hürden oder fühlt sich nicht sattelfest genug im Umgang mit Behinderungen. Diese Angst wollen wir nehmen. 

Inklusion gelingt schon mit ganz kleinen Anpassungen und ohne Fachwissen im Gebiet der Sonderpädagogik. Der aus unserer Sicht wichtigste Erfolgsfaktor für eine waldpädagogische Veranstaltung, bei der niemand ausgeschlossen wird, ist ein ausführliches Vorgespräch mit der Leitung der Gruppe. Hier können Sie klären, welche besonderen Bedürfnisse und Einschränkungen die Teilnehmenden haben, in welchem Rahmen Sie Rücksicht nehmen können und sollen und ob weitere Personen die Gruppe begleiten. 

 

Besonderheiten und Einschränkungen können in vielen verschiedenen Bereichen angesiedelt sein (auch in solchen, die nicht als Behinderung zählen). So gibt es neben körperlichen Behinderungen (z.B. beim Sehen, Hören, Gehen) auch kognitive (Lernschwierigkeiten) und psychische Einschränkungen. Weit verbreitet sind Besonderheiten bei der Ernährung. So essen Moslems aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch (und auch keine Produkte, die Gelatine aus Schweinefleisch enthalten, wie beispielsweise Gummibärchen). Immer häufiger treten Allergien (z.B. gegen Nüsse), Unverträglichkeiten (z.B. auf Gluten, Laktose, Fruktose) und Krankheiten auf, die eine besondere Ernährung erfordern (wie beispielsweise Diabetes). 

 

Sowie Ihnen bekannt ist, welche Besonderheiten bei den Teilnehmenden vorliegen, können Sie diese mit bereits kleinen Änderungen berücksichtigen. Wenn beispielsweise Menschen im Rollstuhl dabei sind, ist eine entsprechende Planung und Auswahl rollstuhlbefahrbarer Wege und Plätze notwendig. Gibt es in der Gruppe kognitive Einschränkungen (bzw. große kognitive Unterschiede) können Sie die Aufgabenstellungen und Arbeitsaufträge im Vorfeld entsprechend anpassen: Sie bereiten z. B. unterschiedlich schwierige Aufgaben vor für verschiedene Kleingruppen oder eine vertiefende Zusatzaufgabe für Teilnehmende, die schnell fertig sind. Wenn Sie planen, etwas Essbares zu verteilen, sollten Sie unbedingt die Inhaltsstoffe nennen können sowie Alternativen dabei haben (Bonbons ohne Gelatine statt Gummibärchen, Reiswaffeln statt Kekse, Rosinen statt Nüsse…), damit niemand ausgeschlossen wird.

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